Evangelische Kirchengemeinde

Wächtersbach

EfA- Ein Zwischenruf

Seit 5 Jahren betreibt die Kirchengemeinde eine Lebensmittelausgabe. Die ersten Monate noch als Zweigstelle der Gelnhäuser Tafel. Im Sommer dann eigenständig. EfA – Essen für Alle war geboren.
Mit großen Zielen sind wir gestartet. Langsam aber sicher den Kinderschuhen entwachsen. Seit 5 Jahren werden jeden Donnerstag Lebensmittel (!) zusammengeholt, sortiert, gezählt und dann ausgegeben. Im Schnitt versorgen wir so 100 sogenannte Bedarfsgemeinschaften mit Nahrung.


Was geben wir aus:
Man darf sich nichts vormachen: wir geben Lebensmittel aus, die der Kunde nicht mehr kaufen würde. Die Waren sind einwandfrei. Vor allem, nachdem sie sortiert worden sind. Sicher: den Schönheitswettbewerb im Regal gewinnen sie vielleicht nicht mehr. Aber wenn sie das täten, dann würden wir sie nicht bekommen. Dann würden sie verkauft.
Viel Brot, Obst und Gemüse bekommen wir. Und Dinge, die „nicht gehen“. Ein seltener Brotaufstrich  oder zu viel georderter Meerrettich.  In den ersten Wochen der Lebensmittelausgabe lag einmal eine Dose Kaviar in einem der Körbe, die wir aus den Märkten bekommen. Es war im Januar. Anscheinend hatte sie niemand zu Weihnachten gekauft. Jetzt konnten wir sie ausgeben. Ganz ehrlich: als ich diese Dose in den Händen hielt, da habe ich mich geschämt. Geschämt, weil ich nicht wusste, wie ich einem Kunden der Lebensmittelausgabe in die Augen sehen kann und ihm dann eine Dose Kaviar gebe. Jemandem, dem es am nötigsten fehlt, dem gebe ich den Überfluss der Wohlstandsgesellschaft. Nie war mir das so deutlich, wie in diesem Moment.  Aber so funktionieren die Lebensmittelausgaben. Auch dieser Wahrheit muss man ins Gesicht sehen.

Wem geben wir Ware:

In erster Linie: Menschen. Menschen, die die Waren brauchen. Weil ihre Rente zu klein ist oder der Schuldenberg zu groß. Ja, wir kontrollieren die Einkünfte. Niemand kann einfach so kommen. Und bestimmt ist auch der ein oder die andere dabei, die sie nicht brauchen würde. Unsere Hilfe. Aber die einzige Möglichkeit, diesen Lügen nicht ausgesetzt zu sein, wäre einfach: gar keine Lebensmittel mehr ausgeben.
Und dann muss man auch sagen: diese Menschen sind wie du und ich. Manches mag ich, und manches mag ich auch nicht.

Eine Lebensmittelausgabe, wie wir sie betreiben steht oft dazwischen. Zwischen Markt und Bedürftigkeit. Zwischen Waren und Wünschen.


Vielleicht wird das am Beispiel von Äpfeln deutlich. Wenn Apfelzeit ist, und die Bäume im Pfarrgarten Äpfel tragen. Dann haben wir Äpfel im Überfluss. So viele, dass wir sie gar nicht alle an die Kunden weitergeben können. Auch, weil man nicht mehr weiß, was man aus einem Apfel alles machen kann. Und dann kommt jemand und bringt uns eine Kiste Äpfel, die er selber übrig hat.
Was sollen wir tun?  Dank der findigen Mitarbeiter von EfA wurden die Äpfel zum Keltern gebracht. Und der Apfelsaft dann ausgegeben. Aber das kann so nur passieren, weil unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter so sind wie sie sind. Und jede Woche einfach aufs Neue mit Freude an diese ehrenamtliche Arbeit gehen!


In 5 Jahren EfA habe ich viel gelernt. Erst viel über Lebensmittelhygiene, viel über Marktabläufe und noch viel mehr über Menschen.


Ich habe Kunden gesehen, die gegangen sind. Aus schönen Gründen, weil sie wieder Arbeit hatten zum Beispiel. Die dankbar waren, dafür, dass wir ihnen in einer Durststrecke geholfen haben. Ich habe Kunden erlebt, die mir ins Gesicht gelogen haben. Das waren nur ganz wenige. Aber es gab sie. Und doch bin ich froh, dass es EfA gibt.
Ja, wir sind abhängig davon, dass Märkte Waren abzugeben haben. Wenn es das nicht geben würde, dann hätten wir keine Ware, die wir weitergeben könnten. So einfach ist das. Und ich bin froh darüber, dass es Märkte gibt, die uns Waren geben. Kein Lebensmittelmarkt muss das tun. So groß ist die Ersparnis nicht.


Ich bin froh darüber und dankbar dafür, dass wir eine breite Unterstützung in Wächtersbach erfahren. In 5 Jahren hatte ich nicht einen Tag Angst oder Sorgen, dass wir etwas nicht hinbekommen könnten. Viele Wächtersbacher und Wächtersbacherinnen unterstützen uns. Ob regelmäßig als Sponsoren, mit einem kleinen Einkauf oder finanziell. Gerade davon lebt EfA. Von Menschen.


Aber wir dürfen uns nichts vormachen: EfA kann nur Waren ausgeben, wenn es Dinge gibt, die nicht gekauft werden.  Waren, die auf dem normalen Markt niemand haben will.


Das mag ich beklagen und bedauern. Ja. Ich mag auch beklagen, dass wir, denn wir sind das  - wir sind die Gesellschaft – Lebensmittel nicht mehr wertschätzen. Dass wir lieber das kaufen, was bunt beworben wird. Dass wir nach Lust einkaufen und nicht nach Verstand.  Dass der Markt uns als Konsumenten so zurechtgezimmert hat. All das mag ich beklagen. Zu Recht.


Aber: Neben diesen Klagen bin ich in erster Linie dankbar, dann froh und auch ein wenig stolz, dass wir es 5 Jahre geschafft haben, eine Lücke zu füllen – und vielen Menschen sehr zu helfen!

                                                                                                                                                                                         Beate Rilke

 

Logo EfA

Aktuelle Termine

26.6.19, 20:00 -
Probe HoneyCrew
27.6.19, 12:00 - 14:00
Kleiderkammer geöffnet
27.6.19, 13:00 - 17:00
EfA Lebensmittelausgabe
27.6.19, 16:00 - 18:00
Bücherei Ausleihe
27.6.19, 20:00 -
Kreistänze
27.6.19, 20:00 -
Probe Kleiner Chor Wittgenborn
27.6.19, 20:00 -
Bücher-Abend
28.6.19
Übernachtung der Vorschüler der Kita
28.6.19, 15:00 - 17:00
Café Lichtblick, Tröstercafé
28.6.19, 19:30 -
Kirchenvorstnad Sitzung

Büro

Friedrich-Wilhelm-Straße 6
63607 Wächtersbach

Tel.: 06053/707780
heike.horn@ekkw.de

Mo, Mi, Fr: 9-12 Uhr
Do: 15-18 Uhr

Losung

Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, daß das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht! und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!
Jesaja 29,16

Jahreslosung 2019

2019

Suchet, so werdet Ihr finden!